Aktuell

Willkommen auf der Webseite der Kiesgrube «Riedere Oberfeld Oberholz Grammert» in den Gemeinden Treiten und Finsterhennen. Hier finden Sie aktuelle Informationen rund um die neue Überbauungsordnung zur Fortsetzung des Kiesabbaus.

Öffentliche Mitwirkung vom 11. September bis 13. Oktober 2020

Während der öffentlichen Mitwirkung sind alle Interessierten eingeladen, sich über das Vorhaben informieren zu lassen, Fragen zu äussern und ihre Meinung einzubringen. Am Samstag 12. September 2020 organisieren die beiden Gemeinden Treiten und Finsterhennen eine öffentliche Informationsveranstaltung in der Kiesgrube. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr beim Kieswerk. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer und dem unten aufgeschalteten Dossier.

Einzelne Dateien des Mitwirkungsdossiers zum Download:

Das gesamte Dossier komprimiert als ZIP Datei

Projekt

Projektbeschreibung

Seit ungefähr 50 Jahren wird in den Gemeinden Finsterhennen und Treiten Kies abgebaut. Kiesgrube und Kieswerk werden heute von der Vigier Beton Kies Seeland Jura AG betrieben.

Damit die Tätigkeiten am Standort weitergeführt werden können, soll die bestehende Überbauungsordnung revidiert werden.

Die drei wesentlichsten Projektbestandteile sind:

  • Sicherung von Kiesvorkommen in den Gebieten Oberholz und Grammert.
  • Auffüllung bzw. Wiederherstellung der Riedere.
  • Erweiterung des Werkareals mit einem Recyclingplatz.
Der Kartenausschnitt zeigt die wichtigsten Projektteile: Blau der aktuelle Abbau, pink das heutige Werkareal. In Grün sind die zukünftigen Abbauetappen dargestellt. Gelb zeigt den geplanten Recyclingbereich. Die ausserordentlichen Etappen der Riedere sind orange eingefärbt.

Die neue Überbauungsordnung beinhaltet den Abbau von Sand und Kies sowie die Wiederauffüllung der Kiesgrube und die Auffüllung (Wiederherstellung) der Riedere. Die damit verbundenen Konsequenzen für Erschliessung, Naherholung und Naturschutz wurden für die nächsten Jahrzehnte systematisch durchdacht. So schafft es die neue Planung – trotz der eigentlichen «Erweiterung» für den Kiesabbau – die jeweils offene Fläche im Vergleich zu heute zu verkleinern.

Der jährliche Kiesabbau ändert sich nicht und wird weiterhin im gewohnten Rahmen stattfinden (100’000 Kubikmeter Festmass pro Jahr). Die Zufahrt erfolgt ab der Kantonsstrasse über die eigene Werkstrasse zu Abbaustelle, Deponie und Kieswerk. Die Wiederauffüllung orientiert sich an der ursprünglichen Topografie des Hügelzugs vor Beginn des Kiesabbaus in den 1970er-Jahren.

Das Vorhaben ist im Richtplan Abbau, Deponie und Transporte (ADT) der Region Biel-Seeland festgesetzt. Der übergeordnete Bedarf und die Standortgebundenheit sind damit nachgewiesen. Treiten und Finsterhennen planen das Abbau- und Deponievorhaben gemeinsam und haben dazu im Jahr 2015 einen überkommunalen Richtplan erlassen. Dieser wird mit der neuen Überbauungsordnung umgesetzt.

Kennzahlen

Geltungsbereich Überbauungsordnung:105.7 Hektaren (bisher: 100.5 Hektaren)
davon Zone Abbau Auffüllung Deponie:61.9 Hektaren
davon Zone Werkareal (inkl. Recyclingplatz):6.5 Hektaren
Rohstoffvolumen Erweiterung: ca. 2.55 Mio. Kubikmeter
Auffüllvolumen:9.09 Mio. Kubikmeter für die Gesamtanlage in der Hauptvariante.
Davon zugeführtes Material:5.65 Mio. Kubikmeter.
Abbau: 100’000 Kubikmeter pro Jahr (Festmass)
Restdauer Kiesabbauca. 26 Jahre
Auffüllung:120’000 Kubikmeter pro Jahr (Festmass)
Betriebsdauer Auffüllungca. 45 Jahre (bis Rekultivierung)
Aufbereitung Recyclingmaterial:30’000 Kubikmeter pro Jahr (Losemass)
Verkehr:Durchschnittlich ca. 129 Lastwagenfahrten pro Tag (DTV)

Zeitplan Erlass neue Überbauungsordnung

Naherholung

Feuerstelle

Die Feuerstelle Treiten wird vom Kiesabbau nicht tangiert und bleibt bestehen. Die Waldhütte Finsterhennen liegt im zukünftigen Abbauperimeter. Sie wird daher ins benachbarte Wäldchen Pfaffenholz verlegt. Hier befindet sich heute bereits eine Feuerstelle der «Schweizer Familie».

Die heutige Waldhütte Finsterhennen wird ins Pfaffenholz verlegt.

Wanderweg

Der Wanderweg der Route Müntschemier – Treiten – Finsterhennen – Siselen quert das Kiesabbaugebiet von Südwesten nach Nordosten. Die Wanderwegverbindung zwischen Treiten und Finsterhennen ist jederzeit gewährleistet. Zeitweilig muss der Wanderweg umgelegt werden. Mit dem «Ryffliweg» wird zudem ein neuer attraktiver Fussweg geschaffen.

Auf dem Kartenausschnitt zu sehen sind in Orange das bestehende Wanderwegnetz. Während des Abbaubetriebs wird die Wegführung im Norden umgeleitet (rot gestrichelt). In Grün die Wegführung des Wanderwegs nach Abschluss der Endgestaltung. Rosa der neue Verbindungsweg entlang des Ryfflirains mit neuem Aussichtspunkt.

Aussichtspunkt

In der schönsten Ecke («I de Räbe») entsteht ein neuer Aussichtspunkt mit Sitzbank und Panoramatafel. Hier lassen sich das Alpenpanorama in der Ferne und die Natur mit Tümpeln und Hecken aus der Nähe bewundern.

Blick vom geplanten Aussichtspunkt nach Südwesten.

Naturschutz

In den letzten 20 Jahren wurden ökologisch wertvolle Flächen geschaffen und gepflegt. Sie sind heute Lebensraum verschiedener gefährdeter und geschützter Tier- und Pflanzenarten. Diese grosszügig angelegten ökologischen Ausgleichsflächen sind in der landwirtschaftlich intensiv genutzten Umgebung besonders wertvoll.

In der unteren Bildhälfte gut sichtbar das extensiv genutzte Wiesland, durchsetzt mit Tümpeln, Hecken und Kleinstrukturen.

Verkehr

Mit dem Abbau- und Auffüllstandort «Riedere Oberfeld Oberholz Grammert» sind wesentliche Materialtransporte verbunden. Die Ausgestaltung der Erschliessung des Standorts ist unproblematisch und schliesst direkt an das übergeordnete, kantonale Strassennetz an. Die Kantonsstrasse führt durch die beiden Ortschaften Treiten und Finsterhennen (siehe Karte), weshalb der Verkehr in beiden Dörfern wahrgenommen wird. Besondere Probleme mit dem Grubenverkehr, zum Beispiel bezüglich Verkehrssicherheit oder Schulwegen, sind keine bekannt. Das Vorhaben verursacht gegenüber heute eine Zunahme des Lastwagenverkehrs um einen Drittel, weil künftig mehr aufgefüllt wird und der Recyclingbetrieb an Bedeutung gewinnt. Der Umweltverträglichkeitsbericht geht von einem durchschnittlichen täglichen Verkehr von 129 Lastwagenfahrten aus (DTV). Davon fahren zwei Drittel der Lastwagen durch Treiten und ein Drittel der Lastwagen durch Finsterhennen.

Die Karte zeigt in Rot die Haupterschliessung ab Kantonsstrasse zum Werk. Während der Aufhebung der Haupterschliessung werden die Lastwagen via die grüne, temporäre Werkstrasse zum Werk fahren.

Werkstrasse

Die sogenannte Kieswerkstrasse wird auch von den Bewohnerinnen und Bewohnern des Hinterdorfs in Finsterhennen genutzt. Für einen vollständigen Kiesabbau muss diese Kieswerkstrasse für 5–8 Jahre aufgehoben werden. Während dieser Zeit erreichen die Anwohner das Hinterdorf – wie vor dem Bau der Kieswerkstrasse – normal über die Kantonsstrasse.

Erschliessung Riedere

Die Lastwagen, welche Auffüll- und Deponiematerial zur Riedere bringen werden, fahren über die Werkstrasse der Kiesgrube. Durch den Dorfteil Schufelräbe von Treiten wird es zu keinem Zeitpunkt eine Lastwagenerschliessung geben.

Riedere

Beim Gebiet Riedere handelt es sich um eine ehemalige Abbaustelle, welche nicht wieder bis zur Höhe des früheren Terrains aufgefüllt wurde. Die neue Planung sieht nun für die Riedere vier sogenannte ausserordentliche Auffülletappen vor. Diese Etappen werden erst dann genutzt, wenn in den ordentlichen Auffülletappen der Kiesgrube kein Auffüllvolumen verfügbar ist oder ein B-Kompartiment geschaffen wird. In einem B-Kompartiment werden mineralische Bauabfälle und gesteinsähnliche Abfälle mit geringem Fremd- und Schadstoffgehalt abgelagert.

Für die Auffüllung der Riedere sprechen mehrere Argumente:

  1. Die Kiesgrube Oberholz Grammert weist lokal ausgesprochen hohe Moränenabdeckungen von bis zu 20 Metern auf. Eine Besonderheit ist auch der komplizierte Abbauvorgang, welcher unter anderem in den nächsten Jahren einen Richtungswechsel beinhaltet. Beide Aspekte können nun dazu führen, dass in den ordentlichen Auffülletappen zeitweise kein Auffüllvolumen verfügbar ist. In diesen Situationen wird die Betreiberin auf die ausserordentlichen Auffülletappen ausweichen.
  2. Mit der Riedere wird Auffüllvolumen für Grossprojekte – beispielsweise die Umfahrung von Biel – zur Verfügung gestellt. Sie dient so als «Ventildeponie» für die Region.
  3. Bereits heute steht in der Region generell zu wenig Auffüllvolumen zur Verfügung. Sollte es in den nächsten Jahren nicht ausreichend A-Volumen (unverschmutzter Aushub) oder B-Volumen (vgl. oben) haben, dann werden die ausserordentlichen Auffülletappen nicht in Betrieb genommen.
  4. Mit der Auffüllung der Riedere kann die Endgestaltung «in einem Guss» gestaltet und gleichzeitig die ursprüngliche Landschaft besser wiederhergestellt werden. 
Blick Richtung Norden. In der Bildmitte in Rot umrandet die ausserordentlichen Auffülletappen der Riedere.